Donnerstag, 19.01.2012
Richtige Therapie bringt Lebensqualität zurück

Prof. Dr. Bernd Füchtmeier, Chefarzt der Klinik für Chirurgie, Unfallchirurgie und Orthopädie, erläuterte, wann der Einsatz eines künstlichen Kniegelenks sinnvoll ist. Auf dem Podium v.l.n.r. die Referenten der Regensburger OrthopädenGemeinschaft: Dr. Christoph Pilhofer, Dr. Jürgen Danner und Dr. Ulrich Graeff.
Was tun, wenn das Knie schmerzt? Ausführliche Antworten auf diese Frage gaben die Ärzte der Regensburger OrthopädenGemeinschaft und des Krankenhauses Barmherzige Brüder bei ihrer gemeinsamen Patienten-Info am 18. Januar. Mehr als 300 Zuhörer folgten den Vorträgen unter der Überschrift „Kniegelenk: Beugen ohne Folgen“.
Die Reihenfolge der Themen orientierte sich am Schweregrad der Erkrankung, wie Prof. Dr. Bernd Füchtmeier, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Sportmedizin erläuterte.
Im Mittelpunkt stand die Arthrose. „Dabei handelt es sich um einen Verschleißprozess, der den Gelenkknorpel zerstört“, erklärte Dr. Christoph Pilhofer von der Regensburger OrthopädenGemeinschaft. Bei mindestens jedem zweiten über Sechzigjährigen seien arthrotische Veränderungen festzustellen.
Dr. Jürgen Danner zeigte einen Überblick über das weite Feld der nicht-operativen Behandlungsmöglichkeiten auf, das unter anderem Krankengymnastik, verschiedene physikalische Methoden und den Einsatz von Medikamenten umfasst. „Entscheidend ist, die richtige Behandlung zum richtigen Zeitpunkt anzuwenden, vor allem für alternative Heilmethoden wie Lasertherapie, Stoßwelle, Akupunktur oder Knorpelaufbauspritzen“, erklärte er. Am besten sei es, Arthrose vorzubeugen, zum Beispiel durch regelmäßige Bewegung wie Schwimmen, Radfahren oder Walking. Übergewicht sollte vermieden werden, da jedes zusätzliche Kilo die Gelenke belaste und so den Verschleiß begünstige.
Möglichkeiten und Grenzen der ambulanten Gelenkspiegelung beleuchtete Dr. Ulrich Graeff. Bei dieser sogenannten Arthroskopie wird minimal-invasiv, also durch einen kleinen Schnitt, operiert. „Die Methode eignet sich gut, um beispielsweise Meniskus oder bestimmte Kniebandrisse zu behandeln. Knorpelschäden lassen sich nur bei geringer Ausdehnung bei jüngeren Patienten auf diesem Weg lindern oder durch eine vorbeugende Operation vermeiden, nicht aber heilen“, sagte der Orthopäde, der die Technik seit 20 Jahren anwendet.
Dass es auch bei Arthrose noch operative Möglichkeiten gibt, das Kniegelenk zu erhalten, zeigte der Leitende Oberarzt der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Sportmedizin Dr. Michael Zellner am Beispiel bei Fehlstellungen der Beinachsen.
Ist die Arthrose zu weit fortgeschritten, kann der Patient durch Einsatz eines künstlichen Gelenks seine Lebensqualität wiedergewinnen. Mit Hilfe moderner Techniken, wie der navigationsgestützten Operation, können Prothesen heute sehr exakt eingesetzt werden. Prof. Dr. Bernd Füchtmeier bezifferte die Haltbarkeit eines solchen künstlichen Gelenks auf 20 Jahre.
Viele Patienten zögern die Operation aus Angst vor der Narkose heraus. Diese sei aber unbegründet, erklärte Oberarzt Dr. Jörg Nützel, Facharzt für Anästhesie. „Das Risiko, nach einer Vollnarkose nicht mehr aufzuwachen, ist sehr gering.“ Außerdem ließen sich die meisten Operationen am Knie auch mit einer Spinalanästhesie durchführen. Dabei wird nur der untere Teil des Körpers betäubt, während der Patient wach bleibt. „Wir treten mit den Patienten bereits vor der OP in Kontakt, um die richtige Methode zu wählen und Ängste zu nehmen“, so Dr. Nützel.
Wie die Behandlung nach der Operation weitergeht, verrieten Physiotherapeut Wolfgang Bergauer und die Leiterin des Sozialdienstes Marianne Scheimer.
Im Anschluss an die Vorträge standen die Experten den Besuchern für Fragen zur Verfügung.
Seit 2009 führen die Regensburger OrthopädenGemeinschaft und das Krankenhaus Barmherzige Brüder regelmäßig gemeinsame Info-Veranstaltungen für Patienten zu verschiedenen Themen durch. Aufgrund des großen Zuspruchs soll die Reihe auch in diesem Jahr mit weiteren Vorträgen fortgesetzt werden.
